Als ich vor acht Jahren in die Südstadt gezogen bin, war das eher eine Notlösung. Ich musste zur Uni nach Bonn pendeln und das war aus dem Kölner Süden am schnellsten. Natürlich habe ich mich prompt verliebt: in den Volksgarten und die vielen Cafés und Restaurants, in die kleinen Läden und die schummrigen Kneipen und in die Spaziergänge am Rhein. Besonders aber in die Stimmung im Veedel. Ein Schwätzje beim Bäcker, ein Kaffee am Büdchen, warten vor der Fetten Kuh – die Südstadt ist einfach tiefenentspannt und dabei so voller Leben.

 

Im Herzen der Südstadt

Die Südstadt ist auch eng mit meinem Leben verbunden. Mein erster richtiger Job nach dem Studium war im Rheinauhafen, hier sind wir in unsere erste gemeinsame Wohnung gezogen und unser Sohn ist im Severinsklösterchen mitten in der Südstadt geboren. Aus der ehemaligen Studenten-WG wachsen wir nun zu dritt einfach raus. Seit einigen Monaten sind wir daher auf Wohnungssuche in Köln und es ist leider genauso wie immer alle sagen: die Pest. Absolute Rumpelbuden zu horrenden Preisen, unbezahlbare Traumwohnungen, 4-Zimmer-Wohnungen, die nur an Paare vermietet werden – wir haben alles gesehen. Schweren Herzens haben wir der Südstadt den Rücken gekehrt und uns in anderen Veedeln umgeschaut.

 

Raus ins Grüne

Jetzt ziehen wir nicht nur an den Stadtrand, sondern auch noch auf die Schäl Sick. Dafür mit Garten. Und einem Wald und einem Naturschutzgebiet und einem Wildpark vor der Tür. Wie so eine Familie. Ich freu mich auf die neue Wohnung, die so viel größer und schöner ist als die aktuelle. Alve sehe ich schon im Sandkasten spielen und uns Sonntags durch den Wald spazieren. Aber ich bin wehmütig. Das Schwätzje beim Bäcker wird mir fehlen, und der Kaffee am Büdchen und die ollen Hipster vor der Fetten Kuh.

 

 

 

Tschüß Südstadt – Hallo Stadtrand!

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