“Sollen wir nicht eine Feier für Alve machen?”. Diese Frage stand vor ein paar Monaten im Raum. Mit unseren Freunden und der Familie die Geburt unseres Sohnes zu feiern, war an sich eine tolle Idee. Nur wie? Da wir nicht religiös und in der Kirche sind, kam eine Taufe nicht in Frage. Ein einfaches Fest war mir zu beliebig. Bei meiner Recherche bin ich auf eine Namensfeier gestoßen, wie der Humanistische Verband sie organisiert:

“Im Mittelpunkt einer humanistischen Namensfeier stehen der Name des Kindes, die Übernahme von Patenschaften und Wünsche für den Lebensweg des Neugeborenen.”

Perfekt: formell wie eine Taufe, aber hoffentlich ausgelassen wie ein Sommerfest. So machen wir das.

Alles DIY

Für so eine Namensfeier gibt es natürlich keinen festen Rahmen oder Ablauf. Daher konnten (oder mussten) wir viel selber planen, organisieren und entscheiden.

Gefeiert haben wir im Kunst&So, einer kleinen Galerie im Belgischen Viertel. Die aktuelle Streetart-Ausstellung von Señor Schnu passte perfekt zu unserer bunten Feier. Der Rest war handgemacht: Blumen hat meine Mutter aus dem Garten mitgebracht, ich habe Wabenbälle, Fächer und andere Papierdeko besorgt. Mein Vater und Alves Patenonkel haben Gitarre gespielt. Alles war genau so, wie wir uns das vorgestellt haben – auch wenn die Vorbereitung dadurch deutlich stressiger war.

Über den Humanistischen Verband NRW haben wir glücklicherweise noch einen Festredner bekommen. An einem Sonntag mitten in der Hochzeitssaison gar nicht so selbst verständlich. Seine Ansprache war viel schöner und emotionaler als wir das hinbekommen hätten.

Zeuge ein Kind, pflanze einen Baum…

Unser Sohn hat von der Feier natürlich am wenigsten mitbekommen. Damit er trotzdem eine Erinnerung an seinen Tag hat, haben wir ein Apfelbäumchen gekauft. Unsere Gäste konnten ihre Wünsche, guten Ratschläge und lieben Worte aufschreiben und an den Baum hängen. Es sind richtige Kunstwerke entstanden, die wir uns bald zu Dritt ansehen können.  

So viel Liebe

Wir hatten gar nicht erwartet, dass die Namensfeier so schön sein wird. Es war ein ganz wunderbarer Tag, emotional und ausgelassen und fröhlich. Genau so wollten wir unseren Sohn feiern und wir haben uns besonders gefreut, dass so viele unserer Freunde mitgefeiert haben. Ich war noch Tage danach ganz beseelt und muss jetzt noch beim Durchschauen der Bilder strahlen. Das müssen wir irgendwann wiederholen.

Namensfeier – Party ohne Gott

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